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Google My Business optimieren: Anleitung in 7 Schritten für Dein Unternehmensprofil

Oliver Teetzen

Oliver Teetzen, Gründer von Koala Crunch
Stand: · 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wer Google My Business optimieren will, also sein Google-Unternehmensprofil, braucht vor allem drei Dinge: ein einziges, vollständig ausgefülltes Profil, echte Fotos und regelmäßig neue Bewertungen. Das Profil erscheint in der Google-Suche und in Google Maps, bevor jemand Deine Website sieht. Je besser es gepflegt ist, desto öfter wird es angezeigt und desto mehr Menschen klicken weiter zu Dir. Für Handwerker, Läden und andere regionale Betriebe ist das einer der wichtigsten Wege zu neuen Kunden.

Auf einen Blick

  • Das Google-Profil ist kein Ersatz für die Website, sondern der Weg dorthin: Erst sehen Kunden das Profil, dann klicken sie weiter.
  • Pflege genau ein Profil pro Standort und fülle es so vollständig wie möglich aus, mit echten Fotos.
  • Bitte jeden Kunden direkt nach dem Auftrag um eine Bewertung, am besten automatisch per Link.
  • Antworte auf jede Bewertung und schau einmal im Monat ins Profil.
Inhalt (9 Abschnitte)

Warum das Google-Unternehmensprofil so wichtig ist

Das Google-Unternehmensprofil, früher Google My Business, ist der Eintrag Deines Betriebs in der Google-Suche und in Google Maps. Es ist meist das Erste, was Kunden von Dir sehen, noch bevor sie Deine Website öffnen.

Profil und Website sind deshalb kein Entweder-oder. Sie arbeiten nacheinander: Wer nach einem Betrieb in seiner Nähe sucht, sieht zuerst die Profile, vergleicht Bewertungen und Fotos und klickt dann weiter zu dem Anbieter, der den besten Eindruck macht.

„Das Google-Profil wird angezeigt, bevor jemand auf Deine Website kommt. Wer es pflegt und Bewertungen sammelt, bekommt aus Sicht von Google mehr Relevanz, wird öfter angezeigt und bringt mehr Besucher auf die Website. Es ist kein Entweder-oder, Du brauchst beides.“

Oliver Teetzen, Koala Crunch

Nach welchen Kriterien Google lokale Ergebnisse sortiert, beschreibt Google selbst:

1. Relevanz

Wie gut passt Dein Profil zu dem, wonach jemand sucht? Vollständige und korrekte Angaben helfen Google, Deinen Betrieb richtig einzuordnen.

2. Entfernung

Wie weit ist Dein Betrieb von der suchenden Person oder vom gesuchten Ort entfernt? Diesen Faktor kannst Du kaum beeinflussen.

3. Bekanntheit

Wie bekannt ist Dein Betrieb? Dazu zählen laut Google auch die Anzahl der Rezensionen und die Bewertungen: Je mehr gute Bewertungen, desto besser kann das lokale Ranking ausfallen.

Kaufen lässt sich ein besseres Ranking übrigens nicht. Google schreibt ausdrücklich, dass es auch gegen Bezahlung nicht eingefordert werden kann. Das Profil selbst ist kostenlos.

Für wen das Profil besonders wichtig ist

Für jeden Betrieb, der seine Kunden in einer bestimmten Stadt oder in einem bestimmten Umkreis gewinnt. Je regionaler das Geschäft, desto mehr entscheidet das Google-Profil über neue Anfragen.

  • Handwerksbetriebe
  • Ladengeschäfte
  • Arztpraxen und Therapeuten
  • Friseure und Kosmetik
  • Restaurants und Cafés
  • Werkstätten
  • Dienstleister vor Ort

Weniger wichtig ist es für Unternehmen, die bundesweit oder über viele Standorte in unterschiedlichen Regionen verkaufen. Dort rücken andere Kanäle in den Vordergrund.

„Nimm einen Dachdecker in einer kleineren Stadt: Es gibt fünf, sechs Anbieter. Die Hälfte hat eine gute Website und macht Online-Marketing. Von diesen dreien haben zwei ein gut gepflegtes Google-Profil, und genau die bekommen die Anfragen.“

Oliver Teetzen, Koala Crunch

Gerade in solchen Märkten kann es sich lohnen, mit dem Google-Profil zu starten und den Fokus zuerst darauf zu legen.

Google My Business optimieren: die 7 Schritte im Überblick

Mit diesen sieben Schritten richtest Du Dein Profil ein, bringst es auf den neuesten Stand und hältst es danach mit wenig Aufwand aktuell.

  1. Profil beanspruchen und bestätigen: Zugang sichern und den Betrieb bei Google bestätigen.
  2. Doppelte Profile bereinigen: genau ein Profil pro Standort.
  3. Grunddaten vollständig ausfüllen: Name, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefon, Website, Öffnungszeiten, Beschreibung.
  4. Kategorie und Leistungen festlegen: passend, aber kurz. Die Details gehören auf die Website.
  5. Echte Fotos hochladen: Team, Betrieb und Arbeiten.
  6. Bewertungen sammeln und beantworten: der wichtigste Hebel.
  7. Mit der Website verbinden und pflegen: Link setzen, monatlich prüfen.

Profil einrichten und aufräumen (Schritt 1 und 2)

Viele Profile wurden einmal angelegt und dann vergessen. Bevor Du optimierst, stellst Du sicher, dass Du Zugriff hast und dass es nur ein einziges Profil für Deinen Standort gibt.

Schritt 1 von 7: Profil beanspruchen und bestätigen

Such Deinen Betrieb in Google Maps. Gibt es schon einen Eintrag, beanspruchst Du ihn, sonst legst Du ein neues Profil an. Anschließend bestätigt Google, dass der Betrieb wirklich Dir gehört. Früher kam dafür eine Postkarte mit Code, heute läuft die Bestätigung online und schneller. Rechne trotzdem mit einigen Werktagen, bis alles freigegeben ist und angezeigt wird.

Schritt 2 von 7: Doppelte Profile bereinigen

Ein häufiges Bild: Für denselben Betrieb gibt es mehrere Profile, etwa mit unterschiedlichen Adressen aus früheren Jahren. Die Profile machen sich dann gegenseitig Konkurrenz, die Besucher verteilen sich, und wer das vernachlässigte Profil erwischt, sieht womöglich keine zufriedenen Kunden. Google erlaubt ohnehin nur ein Profil pro Unternehmen und Standort.

  • Alle Einträge finden: Such in Google Maps nach Deinem Firmennamen, Deiner Adresse und Deiner Telefonnummer.
  • Ein Profil behalten: das mit den meisten Bewertungen und den richtigen Daten.
  • Dubletten entfernen: Doppelte Einträge lassen sich bei Google melden oder, wenn sie Dir gehören, schließen.

Profil vollständig ausfüllen (Schritt 3 bis 5)

Gib so viele Informationen an, wie Du kannst. Laut Google werden Unternehmen mit vollständigen und korrekten Angaben eher in den lokalen Ergebnissen angezeigt, und Kunden können sich besser vorstellen, was sie bei Dir erwartet.

Schritt 3 von 7: Grunddaten vollständig ausfüllen

Angabe Darauf kommt es an
Name genau so, wie Dein Betrieb im echten Leben heißt, ohne zusätzliche Suchbegriffe oder Orte
Adresse oder Einzugsgebiet Empfängst Du keine Kunden vor Ort, blendest Du die Adresse aus und gibst Dein Einzugsgebiet an.
Telefonnummer eine Nummer, unter der wirklich jemand abnimmt
Website Link auf Deine Startseite oder die passende Leistungsseite
Öffnungszeiten aktuell halten, auch an Feiertagen und im Urlaub
Beschreibung in wenigen Sätzen, was Du anbietest, für wen und wo

Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall gleich lauten: im Profil, im Impressum Deiner Website und in Branchenverzeichnissen.

Schritt 4 von 7: Kategorie und Leistungen festlegen

Wähl eine Hauptkategorie, die Deinen Betrieb genau beschreibt, und bei Bedarf passende Zusatzkategorien. Leistungen kannst Du im Profil kurz anlegen. Für Details sollen die Menschen aber auf Deine Website klicken. Dort müssen die Leistungen gut gepflegt, übersichtlich und verständlich sein. Im Profil haben sie keine Hauptpriorität.

Schritt 5 von 7: Echte Fotos hochladen

Echte Fotos von Deinem Team, Deinem Betrieb und Deinen Arbeiten schaffen Vertrauen. Und Vertrauen ist die Voraussetzung dafür, dass jemand bei Dir anfragt. Wenn Du solche Bilder hast, nutze sie.

  • Team und Ansprechpartner
  • Werkstatt, Laden oder Büro
  • Fahrzeuge mit Logo
  • Fertige Arbeiten
  • Vorher und nachher
  • Logo und Titelbild

Bewertungen sammeln und beantworten (Schritt 6)

Bewertungen sind der wichtigste Hebel im Google-Profil. Kunden vergleichen die Anbieter auf einen Blick, und laut Google fließen Anzahl und Bewertung der Rezensionen in das lokale Ranking ein.

„Bewertungen sind der Hauptpunkt. Es wird sehr schnell verglichen zwischen mehreren Anbietern im gleichen Bereich. Wer im Schnitt mehr gute Bewertungen hat, gewinnt.“

Oliver Teetzen, Koala Crunch

Schritt 6 von 7: Bewertungen sammeln und beantworten

Der beste Zeitpunkt für die Bitte um eine Bewertung ist der Moment, in dem Dein Kunde am zufriedensten ist. Das ist meist direkt nach der Fertigstellung oder nach dem Auftrag, wenn er sein Ergebnis hat.

So kommen regelmäßig neue Bewertungen
  1. Auftrag erledigtDer Kunde hat sein Ergebnis und ist zufrieden.
  2. Bitte mit DirektlinkAutomatisch per E-Mail, oder per Anruf oder WhatsApp.
  3. BewertungEin Klick führt direkt zum Bewertungsfeld Deines Profils.
  4. AntwortDu bedankst Dich oder gehst auf Kritik ein.

Am besten automatisierst Du die Bitte: Zu diesem Zeitpunkt geht eine E-Mail raus, der Kunde klickt einen Link und landet direkt im Bewertungsfeld Deines Profils. Wer das standardisiert und wirklich jeden Kunden fragt, sammelt über die Zeit viele gute Bewertungen. Fehlen Dir die Werkzeuge, ruf Deine Kunden an oder schreib ihnen eine kurze Nachricht per WhatsApp.

Halte Dich dabei an Googles Regeln:

  • Alle Kunden fragen: Google verbietet, gezielt nur zufriedene Kunden um positive Bewertungen zu bitten.
  • Um eine ehrliche Bewertung bitten, nicht um fünf Sterne.
  • Keine Gegenleistung: Rabatte, Gutscheine oder Geschenke für Bewertungen sind nicht erlaubt.
  • Keine Bewertungen von Mitarbeitern oder eigenen Konten.

Ein glattes 5,0 muss nicht Dein Ziel sein. Eine Studie des Spiegel Research Center der Northwestern University zeigte, dass die Kaufwahrscheinlichkeit bei Bewertungen zwischen 4,0 und 4,7 Sternen am höchsten ist und Richtung 5,0 wieder sinkt.

„Ein glattes 5,0 wirkt nicht authentisch. Es gibt immer Kunden, bei denen nicht alles zu hundert Prozent passt, und die finden auch einen Weg, ihren Frust loszuwerden. Das muss nicht mal etwas mit Dir zu tun haben. Wichtig ist, dass Du reagierst und eine Antwort schreibst, statt es versanden zu lassen.“

Oliver Teetzen, Koala Crunch

So gehst Du mit Bewertungen um:

  1. Auf jede Bewertung antworten, auf gute mit einem kurzen Dank, auf kritische sachlich und freundlich.
  2. Das Gespräch suchen: Melde Dich bei unzufriedenen Kunden und versuch, die Sache zu klären. Manche aktualisieren danach ihre Bewertung.
  3. Regelverstöße melden: Verstößt eine Bewertung gegen Googles Richtlinien, etwa durch Beleidigungen oder Fake-Konten, kannst Du sie melden und entfernen lassen.

Mit der Website verbinden und pflegen (Schritt 7)

Das Wichtigste an der Verbindung: Das Profil verlinkt auf Deine Website und leitet Suchende dorthin. Danach reicht ein kurzer Blick einmal im Monat.

Schritt 7 von 7: Mit der Website verbinden und pflegen

Trag im Profil Deine Website ein. Ohne Leistungen im Profil landen die Besucher auf der Startseite. Legst Du Leistungen an, kannst Du sie auf die passende Leistungsseite führen. So kommen sie schneller zu ihrer Antwort. Wenn Du Deine Website gerade erneuerst, gehört das Google-Profil auf die Liste für den Livegang, wie in der Checkliste zum Website-Relaunch.

Einmal im Monat prüfst Du:

  • Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummer und Adresse? Auch Sonderöffnungszeiten an Feiertagen.
  • Gibt es neue Leistungen oder hat sich etwas Wesentliches geändert, etwa ein Umzug?
  • Sind alle neuen Bewertungen beantwortet?
  • Läuft die automatische Bitte um Bewertungen noch?

Häufige Fehler beim Google-Profil

Die meisten Probleme entstehen nicht durch Google, sondern weil ein Profil einmal angelegt und dann sich selbst überlassen wurde.

  • Mehrere Profile für denselben Betrieb: Sie machen sich gegenseitig Konkurrenz und verwirren Kunden.
  • Einmal angelegt, nie gepflegt: kaum Angaben, keine Fotos, alte Öffnungszeiten.
  • Suchbegriffe im Firmennamen: „Müller Dachdecker Görlitz günstig“ verstößt gegen Googles Richtlinien.
  • Adresse sichtbar, obwohl keine Kunden kommen: Wer beim Kunden arbeitet, gibt ein Einzugsgebiet an.
  • Bewertungen unbeantwortet lassen: Gerade bei Kritik lesen andere Kunden mit, wie Du reagierst.
  • Nur zufriedene Kunden fragen oder Bewertungen belohnen: Beides verbietet Google.
  • Kein Link zur Website: Dann endet der Weg des Kunden im Profil.

„Ein gepflegtes Google-Profil ist Pflicht für lokale Betriebe, weil es Dir Kunden bringt. Punkt.“

Oliver Teetzen, Koala Crunch

Häufige Fragen

Wie kann ich Google My Business optimieren?

Pflege genau ein Profil pro Standort, fülle Name, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefon, Website und Öffnungszeiten vollständig aus, wähle eine passende Hauptkategorie und lade echte Fotos hoch. Der wichtigste Hebel sind Bewertungen: Bitte jeden Kunden direkt nach dem Auftrag darum und antworte auf jede Bewertung. Verlinke das Profil auf Deine Website und prüfe es einmal im Monat.

Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?

Das Profil ist kostenlos. Ein besseres Ranking lässt sich laut Google auch nicht kaufen. Was zählt, sind vollständige Angaben, Fotos und vor allem gute Bewertungen.

Wie lange dauert die Bestätigung des Google-Profils?

Früher kam eine Postkarte mit Code, heute läuft die Bestätigung online. Rechne trotzdem mit einigen Werktagen, bis Google das Profil freigibt und anzeigt.

Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen?

Bitte jeden Kunden direkt nach dem Auftrag um eine ehrliche Bewertung, am besten automatisch per E-Mail mit einem Link, der direkt zum Bewertungsfeld führt. Alternativ per Anruf oder WhatsApp. Belohnungen für Bewertungen und das gezielte Ansprechen nur zufriedener Kunden verbietet Google.

Kann ich eine negative Google-Bewertung löschen lassen?

Nur wenn sie gegen Googles Richtlinien verstößt, etwa durch Beleidigungen oder ein Fake-Konto. Dann kannst Du sie melden. Sonst antworte sachlich und such das Gespräch mit dem Kunden. Manche passen ihre Bewertung danach an.

Brauche ich trotz Google-Profil eine Website?

Ja. Das Profil ist der erste Eindruck in der Suche, die Website liefert die Details und überzeugt. Beide arbeiten nacheinander: Wer Dein Profil gut findet, klickt weiter auf Deine Website.

Oliver Teetzen

Über den Autor

Oliver Teetzen ist Gründer von Koala Crunch in Görlitz und hat über zehn Jahre Erfahrung im Marketing. Er hat immer wieder gesehen, dass mittelständischen Betrieben die Marketing-Kompetenz fehlt, um Mitarbeiter und Kunden zu gewinnen. Deshalb hat er sich 2024 selbstständig gemacht. Seitdem baut er für kleine und mittlere Unternehmen Websites, Recruiting-Kampagnen und Kundengewinnung über Meta Ads, damit sie wachsen können.

Quellen

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